Veranstaltungsberichte

Unsere Meinung ist gefragt!

Unter diesem Titel organisierte die IG Elternräte Winterthur am Diens-tag, 19. März 2013 einen Workshop über die politische Arbeit im Eltern-rat. Das eher „trockene“ Thema Vernehmlassungen löst bei vielen El-terndelegierten noch Unsicherheit aus. Mit seinem Inputreferat zeigte Herr Martin Stürm, Kommunikationsbeauftragter im Volkschulamt Kan-ton Zürich und Politologe, den Anwesenden auf, wie eine Vernehmlas-sung in einen politischen Prozess eingebettet ist.

Wie können sich Eltern in der Schule einbringen?
Auf der individuellen Ebene werden persönliche Gespräche über und mit dem Kind geführt. Themen sind; der Austausch von Befindlichkeiten, Schullaufbahn-entscheide oder Standortbestimmungen. Auf Klassenebene finden Elternabende statt und auf Schulebene können Eltern sich mittels der institutionellen Eltern-mitwirkung in Elterngremien einbringen. Die Mitwirkung der Eltern in der Schule basiert auf dem Volksschulgesetz des Kantons Zürich § 54, 55 und 56.

Welche Möglichkeiten bieten sich auf politischer Ebene?
Eltern können an Abstimmungen und Wahlen teilnehmen im Kanton, Bezirk und der Gemeinde. Sie können sich in die Organe des Kantons, Bezirks, der Gemeinde und in den Ständerat wählen lassen. Sie können Wahlvorschläge, Initiativen und Referenden einreichen und unterzeichnen und an Gemeindeversammlungen teilnehmen. Diese Möglichkeiten sind festgelegt im Gesetz für politische Rechte Kanton Zürich §2

Wo können Eltern sich in Entscheidungsprozesse einbringen?
Sie können an Vernehmlassungen, §12 Verordnung über das Rechtsetzungsverfahren in der kantonalen Verwaltung (Rechtsetzungsverordnung), teilnehmen. Oder Einsitz nehmen als Vertretung ihrer Anspruchsgruppe (Eltern) in verschiedenen Projektgruppen oder Begleitkommissionen des Bildungsrates. Generell gilt, je mehr Eltern an einer Befragung teilnehmen, desto mehr Gewicht hat ihre Antwort. Anhand des Beispiels „Berufsauftrag für Lehrpersonen“ erklärt Herr Stürm sehr anschaulich, warum auch Eltern, als gesetzliche Vertretung ihres Kindes, schulpolitische Themen etwas angehen und es wichtig ist, dass sie Ent-scheidungsprozesse mitgestalten.

Was sind Vernehmlassungen?
Werden im Kanton Zürich oder der Stadt Winterthur wichtige Gesetze, Verord-nungen oder Änderungen davon geplant, bei denen Körperschaften, Behörden, Verbände oder andere Organisationen oder die Öffentlichkeit betroffen sind, wird in der Regel eine Vernehmlassung durchgeführt. Die zuständige Stelle ver-fasst einen Vorentwurf und dazu einen erläuternden Bericht veröffentlicht
bzw. interessierten Kreisen zustellt.
Das Ziel einer Vernehmlassung ist, Fachwissen einzubringen um die Erfolgs-chancen des Projektes im weiteren Gesetzgebungsprozess abschätzen zu kön-nen. Deshalb sollen alle wichtigen Interessengruppen, zu denen in Bildungsfra-gen die Elternmitwirkungsorganisationen sicher gehören, konsultiert werden.

Wer sind die Organe des Kantons?
Der Bildungsrat: Er besteht aus neun Mitgliedern. Es gehören ihm an: Von Am-tes wegen das für die Bildung zuständige Mitglied des Regierungsrates, durch den Kantonsrat auf Antrag des Regierungsrates gewählte Persönlichkeiten aus den Bereichen Bildung, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Sozialwesen, davon je eine Vertretung aus der Lehrerschaft der Volksschule, der Mittelschulen und der Berufsschulen. Den Vorsitz führt die Regierungsrätin beziehungsweise der Regierungsrat. Die Amtsdauer der gewählten Mitglieder des Bildungsrates beträgt vier Jahre. Wiederwahl ist zweimal möglich. Zu den Sitzungen können Vertretungen von Institutionen und Organisationen des Bildungswesens mit beratender Stimme beigezogen werden. (Bildungsgesetz vom 1. Juli 2002, § 22).
Wofür ist der Bildungsrat zuständig? Er fördert das Bildungswesen und koordi-niert zwischen den Bildungsbereichen. Er nimmt zu wesentlichen bildungspoliti-schen Fragen Stellung, sorgt für eine umfassende Information der Öffentlichkeit und erstattet über seine Tätigkeit Bericht. Die Entscheidungskompetenzen des Bildungsrates in den einzelnen Bildungsbereichen werden durch die weiteren das Bildungswesen betreffenden Gesetze geregelt. (Bildungsgesetz vom 1. Juli 2002, § 21)

Elternmitwirkungsgremien sind politisch neutral, was heisst das?
Eine Abstimmung über ein schulpolitisches Thema findet statt wie z. B. die Grundstufe oder der Berufsauftrag für Lehrpersonen. Wie können Elternmitwir-kungsgremien dazu Stellung nehmen wenn sie politisch neutral sind? Wie stel-len sie das am besten an? Indem sie eine Befragung unter den Eltern zum Thema durchführen. Dieses Ergebnis darf dann bekannt gegeben werden. Einfache Gratisbefragungstools wie survey monkey http://de.surveymonkey.com/ bieten sich an für solche Umfragen.

Herausforderungen Heterogenität, Konstanz und Engagement
Eltern sind eine sehr heterogene Anspruchsgruppe, sie kommen aus allen Be-völkerungsschichten, verschiedenen Kulturen und haben unterschiedliche Bil-dungsniveaus. Eine Meinungsfindung ist nicht immer einfach.
Eine andere wichtige Herausforderung ist die Konstanz. In der Regel ist eine Elternvertretung 1 Jahr in den Elternrat gewählt, wenige bleiben über mehrere Jahre und geben einem Elternmitwirkungsgremium Konstanz. Bei diesem Wechsel muss dafür gesorgt sein, dass das Wissen um die Abläuft von Entscheidungsfindungsprozessen weitergegeben wird. Und nicht zuletzt ist einiges an Engagement nötig um in einem Elterngremium einen Vernehmlassungsprozess durchzuführen. Das Merkblatt der IG Elternräte Winterthur soll dabei helfen.

Für die IG Elternräte Winterthur

Gabriela Steinhauser

1. Elterngremien-Konferenz der Stadt Winterthur, kurz EKW

Herzliche Begrüssung durch den Gastgeber Daniel Lissa im Schulhaus Rosenau

Nach dem Motto „kurz und knackig“ begrüsste Daniel Lissa, Präsident des ER Schulhaus Rosenau, die Delegierten der Elterngremien und stellt das Schulhaus Rosenau vor. Ganz kurz verwies er auf die vorbereiteten Unterlagen für die Anwesenden. Alles Wissenswerte und Nützliche über die IG Elternräte Winterthur könne darin nachgelesen werden. In diesem Informationspaket enthalten waren ein Factsheet mit Eckdaten und Informationen über die IG, einen Informationskreis, der aufzeigt mit welchen Institutionen und Organisationen die IG Elternräte Winterthur vernetzt ist, die Merkblätter der letzten sieben Workshops, ein Merkblatt des Departementes Schule und Sport über Haftungsfragen in Zusammenhang mit der Elternratsarbeit, ein Flyer über die Weiterbildung von Vorstandsmitglieder von Elternräten an der PHZH, einen Flyer über das Projekt Netizen der Stadt Winterthur und die Informationsbroschüre über das Departement Schule und Sport. Alle Unterlagen der IG Elternräte Winterthur und die Informationsflyer der Veranstaltungen können auf der Website www.elternraete-winterthur.ch heruntergeladen werden.

Interessantes über die Schullandschaft Winterthur

Mary Schild Cristofolini, Präsidentin des Elternrates Aussenwachten, informierte, dass die Elternratsvertreter so an den Tischen sitzen, wie in Zukunft die Schulkreise eingeteilt sein werden, nach Vollendung der Schulbehördenreorganisation: Wülflingen und Veltheim, Mattenbach und Seen, Töss und Altstadt und Oberwinterthur mit den Sonderschulen. Da vielen Eltern diese Tatsache nicht bewusst war, macht Gabriela Steinhauser, die Präsidentin der IG, darauf aufmerksam, dass unter www.schule.winterthur.ch entsprechende Informationen abgeholt werden können. Sie berichtete den erstaunten Zuhörerinnen und Zuhörer auch, dass die IG Elternräte Winterthur an der Vernehmlassung zur Schulbehördenreorganisation teilgenommen hat. Aktuell gibt es 33 Elterngremien in Winterthur. 2 sind noch im Aufbau: Zinzikon-Wallrüti in Oberwinterthur und das Steinacker in Seen.

Warum sollen sich die Elterngremien von Winterthur treffen?

Einer der wichtigsten Gründe ist die bessere Vernetzung der Elternräte in der Stadt Win-terthur und in den jeweiligen Schulkreisen der Schulhäuser untereinander. Mary teilte mit, dass die Vernetzung im Schulkreis bereits in Töss und Wülflingen erfolgreich praktiziert werde. Ausserdem soll für das neu geschaffene Elternkontaktgremium (das ist ein jährliches Treffen mit Schulstadtrat Fritschi) bestimmt werden, wer die Elternmitwirkungsorganisationen an dieser Sitzung vertrete. Viel Raum soll auch dem Erfahrungsaustausch unter den Elternräten gegeben werden. Kein Elternrat soll das Rad bei seinem Start neu erfinden müssen, sondern profitieren von bereits vorhandenen Erkenntnissen von „alten Hasen“ in der Elternmitwirkung. Mary erklärte auch, warum die IG Umfragen macht und warum sie unbedingt beantwortet werden sollen. Für die IG sei es wichtig, die Elterngremien in Winterthur repräsentativ vertreten zu können. Mit diesen Informationen versorgt, wisse die IG, wo die Elternräte der Schuh drücke und könne an entsprechenden Stellen Anliegen platzieren und Lösungen erarbeiten. So unterstütze die IG die Elternmitwirkenden und helfe, wenn es einmal nicht ganz reibungslos laufe. Und nicht zuletzt sei ein persönlicher Kontakt ab und zu tiefgreifender als ein E-Mail. In Zukunft solle diese Zusammenkunft nicht mehr Präsidienkonferenz, sondern „Elterngremien-Konferenz der Stadt Winterthur“ heissen, kurz EKW, berichtet Mary Schild Cristofolini. Der Grund sei, dass ja nicht nur Präsidentinnen und Präsidenten der Elterngremien teilnehmen, sondern auch andere Delegierte, die den Elternrat vertreten.

Wie gelingt eine gute Vernetzung?

Ganz wichtig sei, betont Mary, dass die Adresskartei der IG Elternräte Winterthur, mit den Kontaktpersonen der Elterngremien, immer auf dem aktuellsten Stand ist. Am besten be-stimme das jeweilige Elterngremium eine zuverlässige Kontaktperson, die bereit sei, nach dem Bring-Prinzip, die IG immer auf dem neuesten Stand zu halten. Sie soll aktiv an den Veranstaltungen der IG teilnehmen (nach aktuellem Stand, zwei Sitzungen pro Jahr: Eltern-gremienkonferenz Stadt Winterthur und Generalversammlung), die Informationen der IG den Elternratsdelegierten zukommen zu lassen und an den Plenumssitzungen regelmässig über die Aktivitäten der IG berichten. Bei einigen Elternräten seien das die Präsidieninhabenden selber, andere würden eine Person delegieren. Um den Informationsfluss ganz sicher zu gewährleisten, würde es sogar Sinn machen, zwei Kontaktadressen anzugeben. Die Erfahrung zeige, in der Informationsflut im Alltag gehe immer mal etwas unter oder Informationen würden im Spamfilter landen.

Was ist der Vorteil einer guten Vernetzung?

Im Schulkreis selber mache es Sinn, wenn sich Elternräte untereinander, zum Beispiel über die Jahresprogramme absprechen. So könnten Doppelspurigkeiten verhindert werden. Aus-serdem sei es so möglich, die Kosten geringer zu halten und personelle Ressourcen zu sparen, wenn man auch mal gemeinsam eine Veranstaltung durchführt, anstatt sich gegenseitig zu konkurrenzieren. Es mache doch mehr Spass, wenn ein Vortragsabend vor vollem Saal stattfinde, weil auch die Eltern der anderen Schulhäuser dazu eingeladen worden sind. Unterstützen könnten sich die Elterngremien auch gegenseitig mit erfolgreichen Projekten und Ideen, wie etwas angepackt werden könnte. Durch den Austausch untereinander würden die Elternräte gestärkt, neue Lösungen können gefunden, neue Schritte gegangen werden oder es gebe wieder eine Motivationsspritze, um einen neuen Anlauf zu nehmen. Dies könne im Schulkreis sowie auf städtischer Ebene geschehen.

Mehr Informationen über das erste Elternkontaktgremium von 29. September 2011

Gabriela Steinhauser informierte die Anwesenden, dass die IG im März 2011, an der Sitzung der Zentralschulpflege, Stadtrat Fritschi anfragte, ob regelmässige Austausch-Treffen mit ihm und Vertreter der IG möglich seien, analog dem Elternkontaktgremium der Stadt Zürich. Sinn und Zweck solcher Sitzungen sollen der Austausch mit dem Departement Schule und Sport und das Lösen von Problemen auf städtischer Ebene sein. Natürlich seien für die Elterngremien in erster Linie die Schulleiter und Kreisschulpflegen zuständige Ansprechpartner. Dieser Kontakt müsse gepflegt werden und sei erste und wichtigste Anlaufstelle. Aber manchmal mache es Sinn, Probleme, die alle Elternräte in der Stadt Winterthur angehen, im gebündelten Dialog anzupacken. Am 29. September 2011 trafen sich einige Vorstandsmitglieder der IG Elternräte Winterthur mit Schulstadtrat Fritschi, der Juristin Frau Eigensatz und Werner Bächtold, dem Projektleiter und zuständiger Kontaktperson zum Departement Schule und Sport, zu einer ersten Sitzung. Das brennende Thema war die Haftung, wenn Eltern in ihrer Funktion als Elternratsdelegierte für die Schule tätig sind. Es zeigte sich, dass in diesem Bereich, trotz einem Merkblatt des Volkschulamtes, noch Unklarheiten aufgetaucht sind. Zum Beispiel: wie muss ein Reglement verfasst sein, damit die Aktivitäten des Elternrates durch die Haftung der Schule gedeckt sind. Welche Aktivitäten sind gedeckt und welche nicht? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit die ehrenamtlich für die Schule tätigen Elternratsdelegierten nicht auch noch privat haften müssen, wenn etwas passiert. Die IG bat Herr Fritschi um ein Merkblatt zum Thema, welches den Elternräten abgegeben werden könne. In den bereit gestellten Unterlagen für die Delegierten wurde dieses Merkblatt jetzt abgegeben. Es ist auch auf der Internetseite der IG unter www.elternraete-winterthur.ch unter Gesetzliche Grundlagen als PDF-Datei zu finden. Herr Fritschi bat uns seinerseits, die Eltern auf das Projekt Netcity aufmerksam zu machen. Es wurde vereinbart, dass uns dafür ein Flyer zum Verteilen zur Verfügung gestellt wird. Ein weiteres Anliegen war Herr Fritschi die Ver-kehrserziehung der Schulkinder. Herr Aplanalp von der Stadtpolizei stehe für Informationen gerne zur Verfügung.
Gabriela Steinhauser fragte die anwesenden Delegierten, wie sie in Zukunft die Vertretung im Elternkontaktgremium wünschen: ob pro Kreis ein Delegierter bestimmt werden soll, oder ob weiterhin der Vorstand der IG die Elternräte an diesen Sitzungen vertreten soll. Die An-wesenden beschlossen, dass dies weiterhin der Vorstand der IG machen solle. Sollten spe-ziell in einem Schulkreis Probleme auftreten, wird eine weitere Vertretung aus dem entspre-chenden Kreis an der Sitzung mit dem Schulstadtrat teilnehmen.

Austausch innerhalb der Schulkreise?

Alle Elterngremien stellten fest, dass der Anfang schwierig ist. Viele Eltern seien noch zu-rückhaltend und wollten sich nicht als Delegierte zur Verfügung stellen, sondern würden abwarten, wie sich die Sache entwickelt. Die Schule und die Eltern seien sich diese Art von Zusammenarbeit noch nicht gewohnt. Es sei ein vorsichtiges Abtasten. Es müsse zuerst eine Vertrauensbasis geschaffen werden. Klar sei auch oft nicht, was Elternräte machen können, es sei nichts Genaues definiert. Definiert sei vor allem die Abgrenzung, wo Elternmitwirkung nicht mitmachen könne. Roger Keller Präsident vom Elternrat Langwiesen-Wyden berichtet, dass sich sein Elternrat im ersten Jahr an das Schulprogramm gehalten habe. Lieber wenig Aktionen, dafür gut und zuverlässig umgesetzt, als zu viel und sich dann übernehmen. Gabriela Steinhauser bestätigt, dass dieses Vorgehen richtig sei. So können mit dem Partner Schule eine gute sichere Basis in der Zusammenarbeit geschaffen werden. Weiter meinte sie, wichtig sei auch, über die erfolgreichen Projekte öffentlich zu reden z. B. in Quartierzeitungen. Spreche sich herum, dass die Elternmitwirkung eine gute Sache sei, gäbe es auch immer mehr interessierte Eltern, die mitmachen würden und die Frage der Nachfolge regle sich so von selbst.

KEO Kantonale Elternmitwirkungs-Organisation

Zum Schluss informierte Gabriela Steinhauser noch über die im Gründungsprozess stehende Kantonale Elternmitwirkungs-Organisation. Aktuell bestehe die KEO aus den Organisationen Elternkonferenz Stadt Zürich, EKZ, vereinigte Elternorganisationen Zürich, VEZ, Schule + Elternhaus Kanton Zürich, S + E, Vernetzte Elternmitwirkung Zürcher Oberland, VEZO und der IG Elternräte Winterthur. Diese Organisationen seien eine einfache Gesellschaft. Sie hätten eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Elternmitwirkung im Kanton Zürich zu vernetzen und eine kantonale Organisation aufzubauen. Warum eine kantonale Organisation? Bis anhin seien die VEZ und S + E Kanton Zürich Ansprechpartner für die Bildungsdirektion auf kantonaler Ebene gewesen. Durch die Einführung der Elternmitwirkung an den Zürcher Schulen seien aber die Eltern im Kanton Zürich durch diesen beiden Organisationen nicht mehr repräsentativ vertreten bei der Bildungsdirektion des Kantons Zürich. Durch die Gründung eines kantonalen Elternmitwirkungs-Verbandes wolle man diese Situation ändern. Zurzeit sei man am Aufstellen der Statuten. Hilfe und Unterstützung erhalte man vom Volksschulamt und der Pädagogischen Hochschule Zürich. Im November 2011 finde eine Umfrage des Volkschulamtes in den Schulgemeinden des Kantons statt, um die Adressen der Eltern-gremien im ganzen Kanton Zürich ausfindig zu machen. Diese Datenbank werde den KEO-Partnern mit einem Nutzungsvertrag mit dem Volkschulamt zur Verfügung gestellt. Im März 2012 sei eine Kickoff-Veranstaltung geplant. Ein Projekt hat die KEO bereits mit dem Volks-schulamt und der Pädagogischen Hochschule Zürich ausgearbeitet: Die Weiterbildung für Elternmitwirkende. Einige Kurse sind bereits gelaufen, für einige Kurse kann man sich noch anmelden unter folgendem Link http://www.phzh.ch/content-n1264-sD.html Die Kurse Elternmitwirkung weiter entwickeln, Einführung ins Projektmanagement und Interkulturelle Kommunikation mit Eltern sind noch frei. Die Präsidenten des Schulleiter- und des Schulpräsidentenverbandes empfehlen ihren Mitgliedern, interessierten Elternräten einen Beitrag an die Weiterbildung zu leisten.

Gabriela Steinhauser verabschiedete sich von den Anwesenden und dankte nochmals für das Erscheinen.

Bericht von Gabriela Steinhauser, Präsidentin IG Elternräte Winterthur, 9. November 2011.

BERICHT WORKSHOP „ZUSAMMENARBEIT KLASSENDELEGIERTE - LEHRPERSONEN“

Wie und in welchem Bereich können Klassendelegierte und Lehrpersonen zusammenarbeiten?
Diese Fragen diskutierten die Anwesenden am Workshop „Zusammenarbeit Klassendelegierte – Lehrpersonen“ am Dienstag, 7. Juni 2011. Organisiert hatte der Workshop die IG Elternräte Win-terthur zusammen mit der Sektion Winterthur des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes. Die Schule Talhof Erlen stellte die Räumlichkeiten zur Verfügung. Tatkräftig unterstützt wurden die beiden Organisationen von den Lehrervertreterinnen der Elternräte Rosenau, Isabelle Blatter, Brühlberg, Monika Senn und Annette Zingg Riedel, Talhof Erlen die aus ihrem Erfahrungsschatz mit der Elternmitwirkung berichteten. Herzlichen Dank! Zwei Vertreter der Kreisschulpflege, drei-zehn Elternratsdelegierte und neun Lehrpersonen folgten der Einladung der beiden Organisationen.

Einführung
Gabriela Steinhauser, die Präsidentin der IG Elternräte und Bettina Böschenstein, Präsidentin des Züricher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes Sektion Winterthur, begrüssten die Anwesenden. Da-nach stellt Mary Schild Cristofolini kurz die IG Elternräte Winterthur vor. Seit 2007 sind verschiedene engagierte Eltern mit viel Herzblut am Aufbau der Dachorganisation der Elterngremien in Winterthur. Seit 2009 ist die Organisation ein Verein. In den letzten Jahren wurde die IG zum Kompetenzzentrum für die Thematik EMW. Sie pflegt den Kontakt zu Elternräten und unterstützt die Gründung und den Aufbau neuer Elterngremien. Bietet umfassende Informationen auf ihrer Internetplattform www.elternraete-winterthur.ch an. Sie bündelt den Dialog der Elterngremien in Winterthur und ist Ansprechpartner für die städtischen und kantonalen Behörden. Seit letztem Jahr gibt es wieder 10 neue Elterngremien. Drei befinden sich noch im Aufbau. Viel wurde schon unter-nommen. Nähere Details finden Sie auf der obenerwähnten Internetseite. Gerne dürfen Sie uns auch persönlich kontaktieren.

Nach dieser kurzen Einführung stellt Irene Maurer-Willi das Thema des Abends vor: die Zusam-menarbeit der Lehrpersonen und Klassendelegierten. Anschliessend berichteten die drei Lehrervertreterinnen Isabelle Blatter, Monika Senn und Annette Zingg anschaulich und eindrücklich aus ihrer Praxis.

Die Ausgangslage
Obwohl einige Elterngremien in Winterthur schon seit mehreren Jahr bestehen, ist Elternmitwirkung vergleichsweise noch ein junges Thema an den Volksschulen. An einigen Schulen hat sich die Zusammenarbeit der Klassendelegierten und der Lehrpersonen bereits etabliert und ist selbstver-ständlich geworden, an anderen Schulen ist alles noch neu, man ist sich noch am gegenseitig be-schnuppern, sich erst am Finden und kennen lernen. Die Palette des Engagements der Eltern an den Schulen ihrer Kinder geht von wenig Interesse, alles an die Schule ab delegieren, bis zu auf die Nerven gehen mit zu hohen Ansprüchen bis zu konstruktive, wertvolle Zusammenarbeit. Auf der anderen Seite befürchten Lehrpersonen, dass sich Eltern zu sehr ins Schulwesen einmischen könnten, Abgrenzungen nicht eingehalten werden oder noch mehr Arbeit mit der Elternmitwir-kung auf sie zukommt.

Welchen Zweck und welche Ziele verfolgt die institutionelle Elternmitwirkung?
Die Idee ist, dass ein regelmässiger Gedankenaustausch zwischen der Schule und den Eltern das gegenseitige Verständnis fördert und beide Seiten stärkt. Der stetige Informationsaustausch auf Augenhöhe, zwischen den Erziehungsberechtigten und den Lehrpersonen wird besser ermöglicht. Wer begreift, wie der andere funktioniert, und warum er so funktioniert, kritisiert weniger. Ausser-dem soll sich die Elternmitwirkung für eine konstruktive und offene Zusammenarbeit zwischen den Erziehungsberechtigten und allen an der Schule tätigen Personen einsetzen. Auch sollen ge-meinsame Projekte gefördert werden.

Klare Strukturen, mit geregelten Aufgaben- und Kompetenzbereichen, sowie gemeinsam definierte Ziele unterstützen die Zusammenarbeit
Speziell die Artikel 54 und 55 des neuen Volksschulgesetzes regeln die Zusammenarbeit der Eltern mit der Schule. Das neue Volksschulgesetz unterscheidet zwischen individuellen Mitwirkungsrech-ten und Pflichten der Eltern, die das eigene Kind betreffen, und der allgemeinen Mitwirkung, deren Form im Organisationsstatut geregelt wird. Die formell im Organisationsstatut geregelte allgemeine Mitwirkung wird auch als institutionalisierte Elternmitwirkung bezeichnet. Im Elternratsreglement können Zweck, Ziele, Organisation, Abgrenzung und Strukturen, individuell, auf die Situation der Schule angepasst, definiert werden. Vielen Schulen beziehen die Eltern sehr früh mit ein und erar-beiten ihr Elternratsreglement in so genannten Spurgruppen, bestehend aus Elternvertreter, Lehrper-sonen und Vertreter der Schulpflege.

Was sind die ersten Schritte?
Am Beginn der Zusammenarbeit klären Klassendelegierte und Lehrpersonen in einem persönlichen Gespräch gegenseitige Erwartungen und Bedürfnisse. Die Aufmerksamkeit immer auf die Zusammenarbeit zum Wohl der Schulkinder richten und gegenseitig die besten Absichten vonei-nander annehmen. Als Klassendelegierte sich trauen, regelmässig persönlich bei der Lehrperson unverbindlich vorbeischauen, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Fragen, was in der Klasse läuft, ob etwas gebraucht wird oder Anliegen einbringen. Spätestens auf die Plenarsitzung des Elternrates hin Kontakt aufnehmen und Informationen austauschen. Der Elternrat Aussenwachten und Tägelmoos haben zu diesem Thema bereits ihre Elternratsdelegierten sensibilisiert mit einer Präsentation.

In den Gruppen wurden erfolgreiche Rezepte und Ideen ausgetauscht
An den drei Tischen fand ein wertvoller Austausch statt. Die Gruppen schrieben ihre Erkenntnisse und Ideen auf ein Flipchartblatt. Anschliessend präsentierten sie die Ergebnisse den anderen Anwe-senden. Neben den bereits erwähnten Erkenntnissen wurden Ideen gebracht wie, ein gemeinsamer Apéro von Klassendelegierten und Lehrpersonen, um sich besser kennen zu lernen, der Elternrat als Ganzes mehr für die Schule bewirken könne, als der einzelne Klassendelegierte, das gewisse Schul-veranstaltungen obligatorisch erklärt werden sollten, das den Elternratsdelegierten zum besseren Verständnis die Abläufe im Schulwesen erklärt werden können oder ein Zeitfenster an der Schul-konferenz ermöglichen, um über den Stand der Elternmitwirkung zu berichten. Alle waren sich ei-nig, dass Eltern und Lehrpersonen mehr für die Schulkinder erreichen, wenn sie gemeinsam an ei-nem Strick ziehen. Bettina Böschenstein machte am Schluss nochmals auf das Positionspapier des Zürcher Lehrerinnen und Lehrerverbandes zum Thema Elternmitwirkung aufmerksam. Es kann im Internet auf www.zlv.ch/bildungspolitik/positionspapiere heruntergeladen werden. Gabriela Stein-hauser schloss den Abend mit der Information ab, dass dies vorläufig der letzte Workshop der IG sei, die Kerngruppe der kantonalen Elternmitwirkungsorganisation, kurz KEO, habe in diesem Schuljahr gemeinsam mit dem Volksschulamt und der pädagogischen Hochschule Zürich ein Wei-terbildungsprogramm http://www.phzh.ch/content-n920-sD.html für Elternmitwirkende erarbeitet. Nach den Sommerferien werde das Programm veröffentlicht und bekannt gemacht. Sie dankte allen für ihr Kommen und wünschte eine gute Heimkehr.

Bericht von Gabriela Steinhauser, Präsidentin IG Elternräte Winterthur

BERICHT WORKSHOP „Informations- und Öffentlichkeitsarbeit in der EMW“

Wie gestalten Elterngremien einen erfolgreichen und Gewinn bringenden Auftritt nach aussen, nach dem Motto „Gutes tun und darüber reden? Welche Medien können dazu benutzt werden? Wie kommunizieren und informieren Elternmitwirkende sinnvoll und effizient? Wie umgehen mit Datenschutz und Informationsflut?

Um diesem Thema nachzugehen lädt die IG Elternräte am Dienstag, 12. April die Schulleitungen, Lehrerschaft, Vertreter der Behörden und Elternratsdelegierte der Stadt Winterthur zum erwähnten Workshop ein. Zu Gast waren wir dieses Mal im inspirierenden Singsaal der Schule Geiselweid. Die Schule spendierte auch den feinen Apéro. Ganz herzlichen Dank! Eine Vertreterin der Kreisschulpflege, zwei Lehrervertretungen, 12 Elternratsdelegierte und 3 andere Interessierte folgten der Einladung.

Einführung
Gabriela Steinhauser, die Präsidentin der IG Elternräte, begrüsste die Anwesenden. Danach stellte Mary Schild Cristofolini kurz die IG Elternräte vor. Seit 2007 sind verschiedene engagierte Eltern mit viel Herzblut am Aufbau der IG. Seit 2009 ist die IG ein Verein. In den letzten Jahren wurde die IG zum Kompetenzzentrum für die Thematik EMW. Sie pflegt den Kontakt zu Elternräten und unterstützt die Gründung und Aufbau neuer Elterngremien. Auch bietet die IG umfassende Informationen auf ihrer Internetplattform www.elternraete-winterthur.ch an und ist erster Ansprech-partner für die städtischen und kantonalen Behörden. Seit letztem Jahr gibt es wieder 10 neue Elterngremien. Drei befinden sich noch im Aufbau. Viel wurde schon unternommen. Nähere Details finden Sie auf der obenerwähnten Internetseite. Gerne dürfen Sie uns auch persönlich kontaktieren. Nach dieser kurzen Einführung stellte Gabriela Steinhauser das Hauptthema des Abends vor: die Möglichkeiten der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit in der EMW.

Die Ausgangslage
Viele Elterngremien sind noch ganz am Anfang ihres Bestehens. So wie die meisten Reglemente der EMW formuliert sind, beträgt die Amtszeit eines Delegierten ein Jahr. Das heisst, in den schon länger bestehenden Elterngremien gibts immer wieder neue Gesichter, neue engagierte Eltern, die sich einsetzen für die Anliegen der Kinder und der Schule. Voraussetzung für ein gutes Funk-tionieren der EMW, ist eine definierte Informationsstruktur. Wir haben schon beim letzten Work-shop gesehen, wie wichtig die Information für den Wissenstransfer ist. Aber auch unter dem Jahr läuft ja so einiges in der Schule. Am Besten führt das jeweilige Elterngremium die einzelnen Punkte in einem Arbeitshandbuch auf. Ein Beispiel finden Sie auf unserer Homepage. Die Elterngremien definieren wie, worüber, wer, womit, wann informiert wird. Auch Kommunikationskonflikte können hier vorgebeugt werden z.B. mit einer Information zu Feedbackregeln oder zu Kommunikationsmöglichkeiten. Ebenso werden Vorgehensweisen in Bezug auf Diskretion und Datenschutz notiert.

Gabriela Steinhauser beleuchtete alle „W“ Fragen:

Wie wird das Elterngremium erreicht?
Wer ist innerhalb des Elterngremiums für welche Zielgruppe Ansprechperson. Zum Beispiel sind alle Angaben der Vorstandsmitglieder den Klassendelegierten bekannt? Oder wer ist für ein be-stimmtes Projekt verantwortlich, wie ist dieser erreichbar?

Hat das EG eine Postadresse/Telefonnummer? Hier gibts verschiedene Möglichkeiten zum Beispiel: eine private Person wie der Präsident, stellt seine Angaben zu Verfügung oder es kann eine neutrale Adresse in Form eines Postfaches gewählt werden. Beides hat Vor- und Nachteile, die abzuwägen sind. Dasselbe gilt für die Emailadresse. Wenn es eine neutrale ist, muss definiert werden, wer die Emails weitergeleitet bekommt und diese beantwortet.

Eine sehr wichtige Plattform ist die Website, deren stetige Aktualisierung von grosser Bedeutung ist. Eine veraltetete Website ist nicht so attraktiv. Dies funktioniert am Besten, wenn jemand dafür konkret zuständig ist und ein Turnus für die Aktualisierung festgelegt wird.

Worüber informiert ein Elterngremium?
Was wird als Inhalt definiert und weitergegeben? Zum Beispiel für Plenarversammlungen wird eine Traktandenliste sowie eine Einladung erstellt. Dementsprechend wird das Protokoll aufgezeichnet und nachgereicht. Oder es werden Informationen zu Veranstaltungen wie Einladungen, Flyer, Plakate, Berichte, PR-Reportagen etc. gemailt oder versandt.

Auch über oder zu Projekten sind Informationen vorhanden, die alle interessieren und zur Mitwirkung animieren können. Wie zum Beispiel Einladungen, Berichte mit Fotos, Gesuche oder Auswertungen.

Die Jahresprogramme (Ausblick) zeigen die gesteckten Ziele auf, die Ende Jahr mit dem Jahres-bericht (Rückblick) wieder dokumentiert und ausgewertet werden.

Wer wird informiert?
Hier wird die Zielgruppe festgelegt, da nicht alle Informationen für alle bestimmt sind. Es ist ganz wichtig auch Grenzen zu setzen, damit keine Überhäufung der Infos stattfindet. Motto soll sein: lieber weniger statt mehr, aber dafür knackig und ansprechend.

Die Informationen können nur für Delegierte bestimmt sein, nicht aber zur Weiterleitung an die Eltern. Ebenso erhaltet nur die Schulleitung wichtige Mitteilungen oder aber auch die Lehrerschaft respektiv die Schulpflege.
Weitere Zielgruppen können Partner oder andere Elterngremien sein. Und schlussendlich auch die Öffentlichkeit, falls entschieden wird, einen Bericht oder eine Anzeige in einer Zeitung zu publizieren.

Womit wird informiert?
Die Wahl des Mediums, das wir wählen, hängt vom Inhalt ab, was wir damit erreichen wollen und auch wer die Zielgruppe ist. Wählen wir als Medium das Telefon oder ein Gespräch, können wir persönlich austauschen. Schriftlich können verschiedene Medien genutzt werden z.B. Interne Post, Brief oder Email. Weitere Möglichkeiten sind auf dem Merkblatt aufgeführt.

Gabriela Steinhauser ermutigt auch die Zeitungen zu nutzen und die guten Projekte anzusagen wie zum Beispiel eine Einladung an einen Elternbildungsabend. Gerne berichten auch die Quartier-zeitungen von Winterthur (z.B. Oberizytig, Seemer Bote, Tössemer, Wulfilo, Euses Blättli Dättnau, Gallispitz etc.) über unsere Veranstaltungen. Diese werden auch von den Eltern im Quartier gelesen. Ebenso können auch die Tages- und Wochenzeitungen von Winterthur genutzt werden (Landbote, Stadtanzeiger, Winterthurer Zeitung). Spricht sich herum, dass Elternmitwirkung eine gute Sache ist, werden weitere Mitglieder gefunden, denn man will dabei sein und am Erfolg teilhaben.

Auch das Radio, wie Radio Top, kann für Veranstaltungshinweise genutzt werden.

Eine weitere Möglichkeit eine Information publik zu machen, sind die Plakatwände in den Ein-kaufszentren, Aushängemöglichkeiten in der Bibliothek oder auch die Plakatsäulen der Stadt Winterthur.

Wann wird informiert?
Hier werden alle Zeitrahmen festgelegt. Grundsätzlich lieber zu früh als zu spät einladen. So kann sich jeder den Termin noch ausblocken. Eine gute Planung ist schon das halbe Projekt. Zeitpunkte für die Aktualisierung der Websiten werden definiert. Bei wiederholenden Aufgaben wird der Turnus bestimmt. Erwarten wir eine Antwort oder ein Feedback, ist es sinnvoll einen Zeitpunkt bis wann festzuhalten. Die Erfahrung zeigt, das auch hier noch immer bei Einzelnen nachgefasst werden muss. Aber wir können die Anzahl zumindest einschränken.

Wo gibt es Probleme?
Irene Maurer-Willi berichtet uns über die Missverständnisse und Probleme, die bei der Kommunikation entstehen können. Sie erläutert das Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun. Wo eine Nachricht auf verschiedene Arten aufgefasst werden kann. Die drei Folien sind als Pdf.file angehängt. Ebenso erörtert sie die Konfliktstufen nach Glasl. Auf einer dreistufigen Skala wird aufgezeigt wie eine Eskalation eines Konfliktes ablaufen kann. Wünschenswert ist natürlich, wenn wir die Konflikte und Probleme schon auf der ersten Stufe erkennen und angehen können. Wo es für beide Parteien noch eine „win-win“ Lösung ist.
Die dritte Folie bezieht sich auf die TA (Transaktions-Analyse), welche drei wesentliche Ebenen unserer Empfindungen als Botschaftssender wie –empfänger aufzeichnet, Kindes-Ich, Erwach-senen-Ich, Eltern-Ich. Die Kommunikation von Erwachsenen-Ich zu Erwachsenen-Ich = gelungene Kommunikation. Bei allen anderen Kombinationen besteht ein Konfliktpotenzial.

Was muss beim Datenschutz beachtet werden? Diskretion?
Zum Schluss schauen wir uns mit Gabriela Steinhauser noch das heikle Thema Diskretion und Datenschutz an. Wie erwähnt, nicht alle Informationen sind für alle Zielgruppen gedacht. Elternratsmitglieder sollten per Reglement zur Diskretion verpflichtet werden.

Die Emailadressen sollen mit Sorgfalt verwendet und nur zweckgebunden genutzt werden. Newsletter, Einladungen etc. mit BlindCopy Bcc (Blind carbon copy) versenden. Selbstverständlich sollen die Emails und weitere Angaben auch nicht weitergegen werden. Ein anderer Bereich betrifft die Fotos. Auch hier sollen wir sehr sorgsam damit umgehen. Klar, dass die Nutzung davon, nur mit Einverständnis der Personen erfolgen soll.
Bilder im Internet, die für Flyer oder Berichte verwendet werden, sind oft urheberrechtlich geschützt. Um Schwierigkeiten zu vermeinden, immer die Quelle angeben, allenfalls die Nutzungserlaubnis einholen.

Austausch und Brainstorming in Gruppen
Auch dieses Mal teilten wir uns nachher in Gruppen auf und tauschten uns über das Thema aus. Jede der drei Gruppen wurde aufgefordert, die Ideen und Möglichkeiten auf ein Flip-chartblatt zu schreiben und danach vorzustellen. Nach einer Stunde mussten wir die regen Gespräche leider unterbrechen. Bei der Präsentation kamen ganz tolle Ideen zusammen, diese sind auf dem beiliegenden Merkblatt verdichtet. Gerne können Sie das Merkblatt auch auf der Homepage www.elternraete-winterthur.ch unter Tipps herunter laden.

Am Schluss wurde uns noch eine Schülerzeitung der Schule Geiselweid verteilt, als eine Möglichkeit, die Informationen weiterzugeben. Herzlichen Dank dafür an die Schule Geiselweid.

Bericht von Mary Schild Cristofolini, Vorstand IG Elternräte Winterthur

BERICHT WORKSHOP „KONTINUITÄT UND NACHFOLGE IN DER EMW“  

Wie fördern wir die Kontinuität? Wie sichern wir die Nachfolge? 

Um diesen Fragen nachzugehen lädt die IG Elternräte am Dienstag, 25. Januar 2011 die Schulleitungen, Lehrerschaft, Vertreter der Behörden und Elternratsdelegierte der Stadt Winterthur zum erwähnten Workshop ein. Zu Gast sind wir dieses Mal im Sekundarschulhaus Mattenbach. Herzlichen Dank! Zwei Vertreter der Kreisschulpflege und 10 Elternratsdelegierte folgten der Einladung.  


Einführung
 

Gabriela Steinhauser, die Präsidentin der IG Elternräte begrüsst die Anwesenden. Danach stellt Mary Schild Cristofolini kurz die IG Elternräte vor. Seit 2007 sind verschiedene engagierte Eltern mit viel Herzblut am Aufbau der IG. Seit 2009 ist die IG ein Verein. In den letzten Jahren wurde die IG zum Kompetenzzentrum für die Thematik EMW. Sie pflegt den Kontakt zu Elternräten und unterstützt die Gründung und Aufbau neuer Elterngremien. Bietet umfassende Informationen auf ihrer Internetplattform www.elternraete-winterthur.ch an und ist erster Ansprechpartner für die städtischen und kantonalen Behörden. Seit letztem Jahr gibt es wieder 10 neue Elterngremien. Drei befinden sich noch im Aufbau. Viel wurde schon unternommen. Nähere Details finden Sie auf der obenerwähnten Internetseite. Gerne dürfen Sie uns auch persönlich kontaktieren.  

Nach dieser kurzen Einführung stellt Mary Schild Cristofolini das Hauptthema des Abends vor: die Problematik der Kontinuität und Nachfolge in den Elterngremien.  Wo steht die EMW in Winterthur? Status heute! Die Elternmitwirkung ist immer noch ein sehr neues Thema. Noch haben nicht alle Schulen der Stadt ein Elterngremium. Viele stehen ganz am Anfang. Es gibt allerdings auch Elterngremien, die vor sechs, sieben Jahren gegründet wurden und schon ganz wertvolle Erfahrungen gemacht haben. Hauptfrage, die Delegierte sowie auch Eltern beschäftigt, ist, wie soll diese Mitgestaltung der Gemeinschaft Schule den aussehen? In welcher Form können Eltern mitwirken?   


Die Ausgangslage – Aller Anfang ist schwer, nicht aufgeben!
 

Ausgangslage ist aber auch die einjährige Amtsdauer der Klassendelegierten. Eine sehr kurze Zeit, um die obigen Fragen zu beleuchten und in Zusammenarbeit mit der Schulleitung und Lehrerschaft herauszufinden, wie soll es den in unserem Schulhaus aussehen? Viele Mütter sind berufstätig und haben nicht die zeitliche Kapazität. Auch ist es eine ehrenamtliche Arbeit, diese Investition an Zeit und Ressourcen zum Wohle unserer Kinder wird nicht entlöhnt. Ein weiterer Punkt sind die Austritte unter dem Jahr durch Wegzug oder Schulwechsel. Delegierte die sich nicht wohl fühlen oder denen es zu langsam voran geht, treten zurück. Konflikte können auch eine Begründung sein. Eltern der 6. Klasse z.B. melden sich schon gar nicht mehr, weil es ja eh in einem Jahr schon vorbei ist. Und nicht zuletzt das fehlende Interesse und somit das Fernbleiben von Sitzungen. Es ist keine Motivation vorhanden. So quasi die wesentlichen Dinge, die mich als Mutter oder Vater interessieren, darauf hab ich eh keinen Einfluss!  

Die Pionierarbeit – Lohnt sich für unsere Kinder! Der Aufbau einer solchen Elterngruppe braucht sehr viel Zeit und Geduld, es bedeutet Arbeit und Reflexion. Es kommen hier verschiedene Eltern, aus verschiedenen Klassen zusammen. Diese haben verschiedene Bedürfnisse. Sie bringen auch verschiedene Charaktere, Prägungen, Erfahrungswerte und nicht zuletzt auch Emotionen mit. Sie nehmen verschiedene Rollen ein. Einige „unterordnen“ sich breitwillig,  einige führen, wieder andere blocken, kritisieren oder sabotieren sogar. Wieder andere idealisieren die Gruppe und unterdrücken die eigene Meinung zu Gunsten der Gruppe (Gruppendruck!). Alle diese Faktoren kommen in einer Plenarsitzung zusammen. Und dazu obendrauf noch die Kommunikationsprinzipien, die entweder gar nicht geregelt sind oder missachtet werden. Wie zum Beispiel das Feedback geben. Werde ich als Delegierter wahrgenommen, bekomme ich Aufmerksamkeit und wird mir zugehört. Werde ich ernstgenommen? Fühlt sich ein Delegierter in der Gruppe wohl, kann er sich einbringen mit seinen Begabungen und Ideen. Wird er sich wiederwählen lassen!   


Die Folgen und Probleme – Sind da um gelöst zu werden!
 

Was sind nun die Folgen aus dieser ganzen Ausgangslage? Es entsteht regelmässig ein Know-How Verlust. Die Informationen und Kenntnisse sind nicht gebündelt und gehen nach dem Weggang eines Delegierten verloren. Diese müssen wieder neu erarbeitet werden. Die ganze Gruppe muss sich wiederfinden. Wenn keine Strukturen vorhanden sind oder unklar sind, muss viel Zeit zur neuen Konstituierung aufgewendet werden. Allerdings engen zu viele Strukturen auch ein, dies bremst wieder das Potential und die Kreativität des Delegierten. Wie schon erwähnt, der Mensch entfaltet sich dort frei, wo er sich wohl fühlt. Eine Folge der beiden ausgeführten Punkte ist die Stagnation des Prozesses / Projekte. Das Gremium kann sich nicht weiterentwickeln und im schlimmsten Fall werden sogar Projekte verunmöglicht. Das Problem der fehlenden Attraktivität (WIR-Gefühl) und damit fehlende Mitglieder ist ein weiterer Punkt. Warum sollte ich mich melden und mit Eltern der anderen Klassen zusammenarbeiten, die kenne ich doch gar nicht? Es reizt mich nicht, da mitzumachen, es gibt Interessanteres!   


Die Ziele und Lösungen – Gehen Sie neue Wege!
 

Wie sehen nun die Lösungen und Ziele aus? Ein guter Auftritt nach aussen macht neugierig! Einerseits ganz wichtig: unsere Kommunikationsstruktur sollte nicht destruktiv, sondern konstruktiv sein. Es sollten Regeln definiert werden z.B. für ein Feedback. Konfliktsituationen vor der Eskalation angehen, Differenzen und Ursachen beheben. Konflikte können auch positiv genutzt werden. Entsteht zwischen Delegierten eine gute Beziehung und die ganze Sache macht Spass, reizt und motiviert es auch andere Eltern mitzumachen. Andererseits soll auf einen authentischen und kompetenten Auftritt nach aussen geachtet werden z.B. Homepage, Erfahrungsberichte, Teilnahme an Elternabenden etc. Ein weiteres Ziel ist der Wissenstransfer. Informationen, Abläufe, Absprachen bündeln und den Delegierten zur Verfügung stellen. Was gibt’s hier für Möglichkeiten, um das Know-How zu erhalten? Wichtige Stichworte sind Merkblätter, Handbücher, Konzepte, Erfahrungsberichte vergangener Projekte. Sensibilisierung eines Themas sozusagen als „interne Weiterbildung“ an einer Plenarsitzung. Ein vierter Punkt ist, wir möchten uns als ernst genommener Partner positionieren. Wie erlangen wir nun diese Kompetenz? Wie können wir uns konstruktiv in der Schule einbringen? Was für Formen gibt es, um die Schule als Gemeinschaft zu gestalten? Wo möchten wir als Eltern einbezogen werden und schlussendlich ins Gewicht fallen? Das gemeinsame Ziel das wir mit Schulleitung und Lehrerschaft verfolgen ist, dass sich unsere Kinder in der Schule wohl fühlen und diese Atmosphäre soll von den Eltern mitgeprägt sein. Wie können wir Eltern dazu motivieren hierfür in der Elternmitwirkung mitzumachen?  


Austausch und Brainstorming in Gruppen
 

Um die ganze Thematik auszutauschen und auch Lösungsansätze zu definieren lädt Mary Schild Cristofolini nun alle Anwesenden ein sich in drei Gruppen aufzuteilen. Jede Gruppe wird aufgefordert die Ideen und Möglichkeiten auf ein Flipchartblatt zu schreiben und am Schluss vorzustellen. Das einstündige Zeitfenster war wie immer zu kurz. Es wurde rege ausgetauscht und viele schrieben sich persönliche Tipps auf. Diese Workshops sind nicht nur zur Bearbeitung eines Themas sehr gut geeignet. Sondern sie sind auch ein Begegnungsort der Elterndelegierten aus verschiedenen Schulen. Es ist sehr interessant und aufschlussreich zu hören, wie andere die EMW bereits umgesetzt haben. Die Flipchartblätter waren vollgeschrieben mit sehr wertvollen Ansätzen. Diese wurden auf ein Merkblatt verdichtet. Gerne können Sie das Merkblatt auch auf der Homepage www.elternraete-winterthur.ch unter Tipps herunter laden.  
Bericht von Mary Schild Cristofolini, Vorstand IG Elternräte Winterthur   

Weitere Anlässe: 

Notieren sie sich schon heute die Daten der nächsten beiden Workshops: 

Am 12. April 2011 geht’s ums Thema „Informations- und Öffentlichkeitsarbeiten in der EMW“.  

Ein sehr wichtiges, grundlegendes Thema steht für den 7. Juni 2011 auf dem Programm: „Zusammenarbeit Lehrperson – Klassendelegierter“. 

Alle Interessierte sind herzlich willkommen mit uns mitzudiskutieren. Der Eintritt ist frei. Für die Details der Veranstaltungen senden Sie uns ein Email, gerne mailen wir Ihnen eine persönliche Einladung. Selbstverständlich finden Sie alle Informationen auch auf unserer Website. Auch diese Veranstaltungen werden am Schluss in einem Merkblatt verdichtet.

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Wie können fremdsprachige Eltern zur Mitwirkung in Elterngremien motiviert werden? In Winterthur gehen viele fremdsprachige Kinder zur Schule. Bis jetzt nehmen deren Eltern die Möglichkeiten zur Mitwirkung in den Elterngremien noch zu wenig wahr. Der Workshop vom 7. Juni der IG Elternräte Winterthur sucht nach Ideen und Lösungen. Ziel des Workshops, Elterngremien zu befähigen und zu sensibilisieren für das Thema fremdsprachige Eltern in der Elternmitwirkung Über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte die IG Elternräte Winterthur zum Thema „Motivation für fremdsprachige Eltern zur Elternmitwirkung“ im Pfarreiheim St. Peter und Paul in Winterthur begrüssen. Neben der Integrationsdelegierten der Stadt Winterthur, Nadja Witzemann, war das Departement Schule und Sport mit Andrea Jud vertreten, Ansprechperson für migrationsspezifische Themen, Maya Mulle von der Schweizer Fachstelle für Elternmitwirkung, Ruth Kleiber, Kantonsrätin und Lehrerin, Darja Mikulicic, Delegierte des Ausländerinnenbeirates der Stadt Winterthur, Branka Kupresak und Claudia Gurtner von Interkulturellen Forum Winterthur, Bute Laiqi, Präsidentin des Albanischen Frauenvereins und Emilio Trigonella, Präsident der Italienischen Elternkommission um neben den vielen Elternratsdelegierten, Schulleitungen und Lehrpersonen nur einige Teilnehmende zu nennen. Bezeichnend für das Thema war einmal mehr, dass trotz grosser Anstrengung der Organisatoren, fremdsprachige Eltern zur Teilnahme des Workshops zu motivieren, sie stark untervertreten waren. Gabriela Steinhauser, die Präsidentin der IG Elternräte Winterthur, berichtete kurz über den Werdegang und die Arbeit der IG Elternräte Winterthur. Sie informierte über die Projekte wie Workshops oder Forumsdiskussionen und das der Verein gut mit den städtischen, und sogar bereits kantonalen Behörden gut vernetzt ist sowie mit anderen Organisationen. Tolga Ece, Delegierter des Elternrates Rebwiesen, klärte die Anwe-senden darüber auf, dass Elternmitwirkung ein Teil des neuen Volksschulgesetzes ist und ein Beitrag der Eltern zum guten Gelingen des Schulauftrages. Das sich Eltern-gremien regelmässig mehrmals pro Jahr treffen und sich an diesen Treffen mit der Schulleitung, den Lehrpersonen und anderen Eltern austauschen. Auch wie ein Eltern-rat funktioniert wurde nochmals kurz mit einer Grafik aufgezeigt, da an diesem Abend Gäste, wie zum Beispiel Mitglieder des Albanischen Frauenvereins anwesend waren, denen man die Elternmitwirkung nochmals genauer vorstellen wollte. Anschliessend begann Gabriela Steinhauser mit der Einführung ins Thema. Immer wieder stellen Elterngremien fest, dass fremdsprachige Eltern stark unterver-treten sind in ihren Reihen. Sie finden es schade, dass Eltern aus anderen Kultur-kreisen diese Chance zur Mitwirkung an den Schulen nicht, oder noch zuwenig nützen. Ziel des Abends war, Besonderheiten, Bedürfnisse, Beweg- und Hinderungsgründe zu finden, warum fremdsprachige Eltern noch zuwenig in den Elternräten tätig sind. Lösungswege und Ideen zu suchen, wie man das ändern kann. Schlussendlich sollten die Anwesenden befähigt und sensibilisiert werden, wie diese Hürde in der Eltern-mitwirkung genommen werden kann. Wie immer war das Ziel aus den erarbeiteten Antworten ein Merkblatt zu gestalten, das anschliessend auf der Homepage der IG Elternräte Winterthur für alle Interessierte zur Verfügung steht. Die Mitwirkung fremdsprachiger Eltern kann eine Chance sein, den Schulerfolg ihrer Kinder zu verbessern In einem ersten Schritt machte Mischa Pfiffner, Präsident der IG Elternräte Winterthur, darauf aufmerksam, dass fremdsprachige Eltern mehr Hürden zu nehmen haben, wenn sie aktiv werden wollen in einem Elterngremium. Neben der Ehrfurcht vor einem sol-chen Amt, Hemmungen vor Leuten frei zu sprechen oder genügend Zeit, die sie mit Schweizer Eltern teilen, sind die Sprache und kulturelle Unterschiede weitere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Cristina Bozzi und Tolga Ece, erzählten eindrücklich über die Erfahrungen in ihren eigenen Familien mit diesen Hürden. Tat-sache ist, dass fremdsprachige Kinder auch heute noch unterdurchschnittlich erfolg-reich sind in der Schule und es nach Lösungen bedarf, wie der Schulerfolg dieser Kinder verbessert werden kann, um die Chancengleichheit zu gewährleisten. Mischa Pfiffner zeigte auf, dass die Mitwirkung von fremdsprachigen Eltern eine Möglichkeit sein kann, den Schulerfolg dieser Kinder zu verbessern. Er machte darauf aufmerksam, dass es wichtig ist, auch die Interessen fremdsprachiger Kinder in der Elternmitwirkung zu vertreten und deren Eltern mit dem Schweizer Schulbetrieb besser vertraut zu machen, um die Schwellen zu senken. Das Engagement aller Eltern ist nötig, um den Schulerfolg aller Kinder zu fördern. Die Kinder von heute sind die Zukunft der Schweiz. Sie wachsen in einer Wissensgesellschaft auf, die gut ausgebildete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer braucht. Es lohnt sich, Herzblut, Zeit und Energie in sie zu investieren. Die Patentlösung gibt es nicht, es ist ein Weg der kleinen Schritte Nach der Einführung lud Gabriela Steinhauser die Teilnehmenden ein, sich an den Tischen über ihre Erfahrungen auszutauschen und Ideen zur Verbesserung der Situation auf einer Folie aufzuschreiben, die dann den anderen Anwesenden vorgestellt soll. Klar war sofort, die Patentlösung gibt es nicht. Es ist eine Aufbauarbeit in kleinen Schritten. Elternmitwirkung kann nur ein Aspekt der gesamten Integrationsbemühungen sein. Es gibt bereits gute Angebote von Behörden und anderen Institutionen wie die FemmeTische und „schrittweise“ die genutzt werden können. Fremdsprachige Eltern, die bereits in der Elternmitwirkung tätig sind können wichtige Brückenbauerfunktionen für ihre Landsleute übernehmen. Sie können wertvolle Arbeit als Mittler und Einstiegshelfer leisten. Ganz wichtig ist auch zu beachten, dass viele andere Länder eine „Willkommenskultur“ kennen. Diese Erkenntnis muss unbedingt in die Planung miteinbezogen werden. Eltern sollen sehr früh, schon vor dem Kindergarteneintritt, mit den Schweizer Schulsystem vertraut gemacht werden und es muss immer wieder betont werden, dass es zum Wohl des Kindes ist, sich in der Elternmitwirkung für die Schule einzusetzen. Und schlussendlich ist der Wille von fremdsprachigen Eltern, Deutsch zu lernen von grosser Bedeutung. Bericht von Gabriela Steinhauser, Präsidentin IG Elternräte Winterthur Quelle: Präsentation und Merkblatt Workshop Motivation für fremdsprachige Eltern von Mischa Pfiffner, Vizepräsident IG Elternräte Winterthur _________________________________________________________________________________________________________________________________________ Projekte von Elterngremien sind Ergebnis und aktive Umsetzung der „Ratsarbeit“ ins Konkrete. Ein Bericht vom Workshop vom 13. April 2010 Projekte von Elterngremien sind das Salz in der Suppe der Elternmitwirkung. Sie wirken sinnstiftend und sind nützlich. Und, sie schlagen eine ergänzende Brücke zwischen Schulbetrieb und Elternhaus. Die IG Elternräte Winterthur genoss es, Gast zu sein beim Elternrat Büelwiesen 28 Interessierte konnte die Präsidentin des Elternrates Büelwiesen, Grit Wagner, begrüssen und zum liebevoll arrangierten Apéro einladen. Bei einem Getränk und etwas zum Knabbern lässt es sich doch gleich viel besser zuhören. Der Begrüssung schloss sich Cristina Bozzi, die Kassierin der IG Elternräte Winterthur, an, bedankte sich für die Gastfreundschaft des Elternrats Büelwiesen und stellte den Anwesenden das Programm des Abends vor. Der Vorstand der IG hat in seiner kurzen Amtszeit bereits viel erreicht Nach der Begrüssung übergab Cristina Bozzi, dem Vize-Präsidenten der IG Elternräte Winterthur, Mischa Pfiffner, das Wort. Er stellte den neu hinzu gestossenen Teilnehmern zuerst die IG Elternräte Winterthur und deren Wirken vor. Bei dieser Gelegenheit erfuhren die Anwesenden zum Beispiel, dass die IG anfangs 2007 auf Initiative einiger Elterngremien zustande kam und seit dem 1. Juli 2009 ein Verein ist. Das der Vorstand, bestehend aus ehemaligen und aktiven Elternratsmitgliedern, in seiner kurzen Amtszeit durch Freiwilligenarbeit, mit viel Herzblut, bereits einiges erreicht hat. Nur wenig ist definiert Mischa Pfiffner machte darauf aufmerksam, dass die Zweckbestimmung der Elternmitwirkung gemäss §55 des neuen Volksschulgesetzes des Kantons Zürich offen sei. Klar definiert seien nur die Grenzen. Er zeigte auf, dass die Erfahrungen von Schulleitungen und den neu gebildeten Elterngremien oft noch gering seien. Er stellte fest, dass sich falsche Bescheidenheit, zuviel Ehrfurcht vor der Aufgabe und das ungewohnte Schulfeld auf Elterngremien vielmals hemmend auswirke. Das Selbstverständnis für Elternmitwirkung fehle noch oder sei unklar. Wichtig sei, dass Zuständigkeiten und Kompetenzen zwischen den Exponenten der Elternmitwirkung klar geregelt würden. Wichtig sei: eine gute Planung, die Abklärung der Bedürfnisse, klare Absprachen mit der Schulleitung und eine gewisse Hartnäckigkeit, damit die Pläne auch konkret werden können, Projektgruppen bilden, beachten, dass die Umsetzungsregeln der Freiwilligenarbeit nicht die gleichen sind wie in der Berufswelt. Und ganz wichtig, eine Nachbesprechung mit viel Lob für alle am Projekt Beteiligten. Mischa Pfiffner machte auch Vorschläge zur Mittel- und Ressourcenbeschaffung und bei welchen Leistungen die Elterngremien auf die Schule zählen können. Anhand eines Themen-Sterns zeigte er Bereiche auf, in denen Projekte stattfinden können und mögliche Formen wie ein Projekt durchgeführt werden kann. Auch machte er auf Themen aufmerksam, die weniger geeignet sind für Projekte. Gabriela Steinhauser, die Präsidentin der IG ergänzte die Informationen von Mischa Pfiffner mit der Möglichkeit, freiwillig Mitwirkenden einen Sozialzeitausweis auszustellen. Sie erwähnte auch den Bildungspass mit dem ein Nachweis für Weiterbildung gegeben werden kann. Diese beiden Mittel machen die Freiwilligenarbeit attraktiver und die Aktivitäten können in der Berufswelt gewinnbringend in einer Bewerbungsmappe eingesetzt werden. Zu der Mittel- und Ressourcenbeschaffung erwähnte Gabriela Steinhauser noch, dass die IG sich ein Stipendien- und Stiftungsverzeichnis angeschafft hat. Bei Bedarf können Elterngremien, die finanzielle Mittel für Ihre Projekte suchen sich an die IG wenden, um geeignete Adressen zu erhalten. Eine stattliche Anzahl von siebenundfünfzig Vorschlägen kam zusammen Im zweiten Teil lud Mischa Pfiffner die Anwesenden ein, sich in Arbeitsgruppen aufzuteilen und gemeinsam im Austausch Projektideen zu sammeln. Eifrig und motiviert wurde an den verschiedenen Tischen diskutiert. Auch der Tisch der sehr zahlreich erschienenen Mitglieder der Kreisschulpflege Seen, mit der Schulpräsidentin Susanne Haelg, trug mit ihren Anregungen zum bunten Ideenkorb bei. Alle Anwesenden hatten viel Spass und genossen den lebhaften Austausch untereinander. Die Zeit verging viel zu schnell. Auf kleinen weissen Notizzetteln, die an eine Packpapierwand geklebt wurden, kam eine stattliche Anzahl von siebenundfünfzig Vorschlägen zusammen. Gerne hätten die Organisatoren noch mehr Zeit gehabt, damit die Arbeitsgruppen ihre Projektideen noch hätten vorstellen können. Mischa Pfiffner versprach die Vorschläge in irgendeiner Form noch zur Verfügung zu stellen. Gabriela Steinhauser machte zum Schluss noch auf die vielen Unterlagen aufmerksam. Von den Workshop-Merkblättern bis hin zum Ansichtsexemplars eines Arbeitshandbuchs war viel Nützliches dabei. Auch stellte sie die Projekte der Elternmitwirkungsstellen vor, z. B. das Pilotprojekt Elternbildung und Schule, den Einführungskurs Elternbildung von A-Z für Elternbildungsorganisationen und das Dossier Finanzen und Organisation. Interessierte deckten sich reichlich mit dem Material ein. Zum Schluss bedankte sich Gabriela Steinhauser für das Interesse. Besonders erfreut war sie, dass die Kreisschulpflege Seen mit so vielen Mitgliedern teilgenommen hatte. Sie empfand das als grosse Wertschätzung für die Veranstaltungen der IG Elternräte Winterthur. Zum Schluss wünschte sie allen einen guten Heimweg und erinnerte noch an den nächsten Workshop im Juni zum Thema „Motivation für fremdsprachige Eltern an der Elternmitwirkung“. Bericht von Gabriela Steinhauser, Präsidentin IG Elternräte Winterthur Quelle: Präsentation und Merkblatt Workshop Projektideen von Mischa Pfiffner, Vizepräsident IG Elternräte Winterthur _________________________________________________________________________________________________________________________________________ Wie können Klassendelegierte die Eltern erreichen? Ein Bericht vom Workshop vom 19. Januar 2010 Die Anwesenden waren sich einig, der Kontakt zu den Eltern der Klasse zu pflegen ist eine grosse Herausforderung. Es braucht am Anfang viel Eigeninitiative und das Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Die Klassendelegierten müssen den Schritt machen von der Vertretung der Einzelinteressen ihres Kindes zum Bindeglied der Klasse zum Elternrat. Die IG Elternräte Winterthur war zu Gast im Schulhaus TMZ Hegi Am Dienstagabend 19. Januar 2010 folgten 22 Interessierte, davon 2 Schulpflegerinnen, 1 Schulleiter und 19 Elternratsdelegierte und Eltern aus allen Stadtkreisen der Einladung zum Workshop „Kontaktpflege Klassendelegierte- Eltern“ der IG Elternräte Winterthur nach Oberwinterthur. Gastgeber war der Elternrat des Schulhauses TMZ in Hegi. Gemeinsam die Erwartungen definiert Nach der Begrüssung bedankte sich die Präsidentin der IG ER WI, Gabriela Steinhauser, bei der Vizepräsidentin des Elternrates TMZ Hegi, Cristina Bozzi und dem Schulleiter Franco Brasi für die Organisation und das Gastfreundschaft. Anschliessend lud sie die Anwesenden ein, ihre Erwartungen an diesen Abend zu definieren. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren auf der Suche nach der zündenden Idee, wie als Klassendelegierte der Kontakt zu den Eltern erfolgreich gepflegt werden kann. Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren sich einig, dass aller Anfang schwer ist und es manchmal auch Jahre nach der Einführung der Elternmitwirkung noch nicht gelingt, einen guten Kontakt zu den Eltern aufrecht zu erhalten. Andere Interessierte wünschten sich einen Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten. Einige wollten einfach einmal schnuppern bei der IG Elternräte und mehr darüber erfahren, was Elternmitwirkung eigentlich ist. Und schliesslich gab es auch noch eine Klassendelegierte, die sich Informationen wünschte wie sie als Klassendelegierte ihres Schulhauses unterstützend wirken kann. Steter Tropfen höhlt den Stein Anhand einer Grafik zeigte Gabriela Steinhauser auf welchen Ebenen die Tätigkeit eines Klassendelegierten im Elternrat stattfinden kann. Als Vater oder Mutter stehen die Klassendelegierten auf der individuellen Ebene mit der Klassenlehrperson, der Schulleitung und der Kreisschulpflege in Kontakt und vertreten die Interessen ihres eigenen Kindes. Sollten Eltern mit Einzelinteressen an einen Klassendelegierten gelangen muss er ihnen aufzeigen können welche Ansprechpersonen zuständig sind auf verschiedenen Ebenen. Es ist wichtig, dass jede Klassenvertretung über den Weg der Instanzen Bescheid weiss und kompetent Auskunft geben kann. Auf der nächsten Ebene tritt die Klassendelegierte aus den individuellen Interessen hinaus und wird Bindeglied der Klasseneltern zum Elternrat. Auf der Schulebene vertritt sie gemeinsam mit den anderen Elternratsmitglieder die Belange der Schule und auf Gemeindeebene die Interessen des Schulkreises. Nach den Wahlen ist es wichtig mit einem Schreiben an die Eltern mitzuteilen, wer unter den Eltern für das Elterngremium zuständig ist und wo wie die zuständige Person erreicht werden kann. Vielleicht die Klassenlehrperson anfragen, ob man auf dem Telefonalarm der Klasse erwähnt werden könnte. An den Klassenelternabenden zu Beginn des neuen Schuljahres sollten die neuen Klassendelegierten die Gelegenheit nützen sich als Bindeglied zum Elternrat vorzustellen und Elternmitwirkung zu erklären. Vorher die Klassenlehrperson um ein Zeitfenster bitten. An diesem Elternabend kann die oder der Klassendelegierte gemeinsam mit den Eltern und der Lehrperson die Zusammenarbeit mit dem Elternrat definieren. Erfolgreich zum Kontakt knüpfen sind Veranstaltungen wie ein „Elternzmorge“ oder ein „Grillabend“. Solche Treffen sind gesellige Anlässe wo sich Eltern in einem ungezwungenen Rahmen kennen lernen können. Gabriela Steinhauser fordert die Delegierten auf, Eltern einzuladen etwas zu einem kunterbunten Büffet beizutragen. Man erfährt an solchen Anlässen welches Mami oder welcher Papi zu welchem Kind gehören. Auch mit projektbezogenen Elternabenden wie z. B. der Berufswahl, gemeinsam mit der Lehrperson organisiert, kann das Interesse der Eltern geweckt werden. Auch dort für ein buntes Kaffeebüffet sorgen, damit es auch ein bisschen gemütlich wird. Wichtig ist, nicht auf die Initiative der anderen Eltern oder der Lehrperson zu warten. Für alle Beteiligten ist Elternmitwirkung noch neu und muss immer wieder allen ins Bewusstsein gerufen werden. Die meisten Eltern neigen dazu, solange es dem Kind gut geht, nicht aktiv zu werden nach dem Motto „no news are good news“. Diese Kultur gilt es mit der Elternmitwirkung zu durchbrechen und den Gemeinschaftssinn mit den gemeinsamen Interessen zu wecken und zu fördern. Eine neue Kultur einzuführen braucht Zeit und Geduld. Es braucht einen initiativen Kern von Elternratsmitgliedern mit viel Herzblut um die Sache Elternmitwirkung aufzubauen. Nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“. Wichtig ist auch, dass Klassendelegierte immer wieder betonen, dass Eltern und Lehrpersonen ein gemeinsames Interesse haben, nämlich, dass es dem Kind gut geht in der Schule und das es seine Schulzeit erfolgreich abschliessen kann. Verschiedene Medien nutzen zur Kontaktpflege Als nächstes zeigt Gabriela Steinhauser auf, wie verschiedene Medien zur Kontaktpflege genutzt werden können. Sie schlägt den Delegierten vor die Schulleitungen zu fragen, ob die interne Post zur Verteilung ihrer Informationen an die Eltern genutzt werden darf. Wichtig findet Sie, dass alle Eltern wissen wie der Elternrat oder die Klassendelegierten im Einzelnen kontaktiert werden können. Elternräte erreichen dies, indem sie eine offizielle Postadresse bestimmen, das kann z. B. ein Postfach sein, das Schulhaus selber oder eine private Adresse eines Vorstandsmitgliedes. Wichtig ist, dass mindestens einmal wöchentlich der Briefkasten geleert werden kann. Auch eine offizielle Telefonnummer ist wichtig und eine E-Mailadresse. Wenn möglich eine Internetseite anbieten mit allen wichtigen Informationen über den Elternrat wie Funktion, Namen, Adresse, Telefon und offizielle E-Mailadresse des Elternrates. Es kann auch eine Gratis-E-Mailadresse bei verschiedenen Providern eröffnet werden. Das Datum der nächsten Elternratssitzung sollte darauf bekannt gegeben werden oder aktuelle Veranstaltungsdaten. Wichtig ist, dass die Informationen aktuell sind. Die Schulleitung fragen, ob man die Schulwebsite für diese Informationen benutzen darf. Veranstaltungen sollten mit Einladungen an die Eltern bekannt gemacht werden oder durch das Verteilen von Flyern im Stadtkreis in Einkaufszentren, Drogerien, Bibliotheken oder anderen Anschlagbrettern. Auch die lokalen Zeitungen können mit ihren Veranstaltungskalendern gratis genutzt werden. Oder die Zeitungsmedien anfragen für einen Veranstaltungshinweis, eine Publireportage oder einen Bericht über die Veranstaltung. E-Mail und Einladung an die Redaktion genügt. Was nützt die Kontaktpflege zu den Klasseneltern? Die Eltern und die Lehrperson haben ein gemeinsames Interesse. Sie vertreten das Wohl der Kinder und Jugendlichen an der Schule. In „guten Zeiten“ wird durch die Kontaktpflege eine Vertrauensbasis geschaffen. Durch den ständigen Dialog mit der Schule entstehen Konflikte gar nicht erst oder können rechtzeitig entschärft werden. Eltern, Lehrpersonen und Schulleitung lernen sich durch gemeinsame Projekte auf einer anderen Ebene kennen. Von der Schule wahrgenommen sind Elternräte wichtige Seismographen für brennende gesellschaftliche Themen. Bericht von Gabriela Steinhauser, Präsidentin IG Elternräte Winterthur Der Workshop Zusammenarbeit Schulleitung- Elternrat und der Workshop „Kontaktpflege Klassendelegierte –Eltern“ wurden in einem Merkblatt verdichtet. Das Merkblatt kann auf der Homepage www.elternraete-winterthur.ch unter der Navigation Tipps als PDF-Datei herunter geladen werden. Weitere Workshops zu brennenden Elternratsthemen folgen am 13. April 2010, Thema „Projektideen für Elternräte“ und am 7. Juni 2010 „Motivation für fremdsprachige Eltern“. Alle Interessierte sind herzlich willkommen mit uns mitzudiskutieren. Der Eintritt ist frei, Details zu den Veranstaltungen entnehmen Sie bitte den Hinweisen auf unserer Website. Auch diese Veranstaltungen werden in einem Merkblatt verdichtet _____________________________________________________________________________________________________________________________________ Wie können Elternräte und Schulleitungen erfolgreich zusammen arbeiten? Wer schon einige Zeit in der Elternmitwirkung engagiert ist, weiss: Die Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Elternrat ist entscheidend für den Erfolg der Elternmitwirkung - stimmt sie nicht - geht viel Energie verloren und der Nutzen für alle Beteiligten, Kinder, Schule und Eltern, bleibt auf der Strecke. Einladung der IG Elternräte Winterthur Die Interessengemeinschaft der Elternräte der Stadt Winterthur lud am Dienstag 27. Oktober 2009 Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrpersonen und Elternratsdelegierte aus der ganzen Stadt Winterthur zum Workshop „Zusammenarbeit Elternrat- Schulleitung“ ein. Die IG Elternräte Winterthur war zu Gast im Schulhaus Rebwiesen in Töss. 24 Personen folgten der Einladung der IG Elternräte Winterthur; 3 Schulleiterinnen, 4 Lehrpersonen und auch 16 Elternratsdelegierte aus allen Schulkreisen der Stadt Winterthur. Mit verschiedenen Grafiken ins Thema eingeführt Nach einer Begrüssung der Präsidentin Gabriela Steinhauser führte Mischa Pfiffner, Vizepräsident der IG ER WI ins Thema ein. Mit einer Grafik stellte er die verschiedenen Anspruchsgruppen im Feld Schule und ihre Beziehung zueinander dar. Zu diesen Ansprechpersonen gehören die Elternräte, die Schulleitung, die Eltern, Behörden, die Kinder und die Lehrpersonen. Mit einer weiteren Grafik zeigte er auf, wie die Situation in vielen Schulen zu Beginn der Elternmitwirkung ist: Für beide beteiligten Seiten ist die Situation neu. Elternmitwirkung ist jetzt zwar gemäss Art 55 im neuen Volksschulgesetz vorgeschrieben, jedoch wird nicht genau definiert, wo Eltern mitarbeiten können, sondern nur die Grenzen werden aufgezeigt. Bei Personalentscheiden und methodisch-didaktischen Fragen ist die Elternmitwirkung ausgeschlossen. Viele Elternratsexponenten verbeissen sich dann aus Unwissenheit in den Grenzen und können die vielen Möglichkeiten nicht mehr erkennen. Von Seite der Schule sind Befürchtungen da, die Eltern könnten sich zu sehr einmischen oder eine Kontrollfunktion übernehmen. Da Schulleitung und Lehrpersonen durch die vielen Schulreformen belastet sind, wird mit einem Elternrat noch mehr Aufwand befürchtet. Oder das Eltern zu sehr befangen sind in ihrer Rolle als Mutter und Vater und den Belangen der ganzen Schule gegenüber zuwenig objektiv gegenüberstehen. Jetzt stehen die Eltern voller Tatendrang und Ideen bereit und wollen etwas bewirken. Sie möchten das Recht zur Mitwirkung endlich nutzen, nachdem sie jahrelang ihr Kind zwar in die Schule zu schicken, aber in der Schule nichts zu sagen hatten. Eltern kennen aber das Jahresprogramm und den Ablauf im Schulbetrieb noch zu wenig und planen deshalb an der Schule vorbei. So können sie oft Projekte nicht durchführen, weil ein Budget zu spät eingereicht wurde oder sich Termine der Schule mit denen des Elternrates überschneiden. Das gibt viel Frust und die Luft ist dann erst einmal weg. Bei dieser Ausgangslage sind unweigerlich Konflikte vorprogrammiert. Wie gelingt es? Es ist wichtig, sich gegenseitig über Erwartungen, Ziele, Regeln, Agenden und Abläufe zu informieren. Die Zuständigkeitsgrenzen sind von Anfang an klar zu definieren. Aktivitäten der Schule und des Elternrates sollten gemeinsam abgesprochen werden um Terminüberschneidungen zu vermeiden. Wertvoll sind laufend offene Gespräche zwischen Schulleitung und Elternrat. Beide Seiten sollten sich einen Vertrauensvorschuss geben ohne Ausnahme. Vertrauen besteht zwischen Menschen, nicht zwischen Gremien, deshalb ist eine gute Beziehung zwischen Schulleitung und Elternratskontaktperson unabdingbar. Der Aufbau braucht Zeit und Geduld auf beiden Seiten. Hier kommt erschwerend der fast jährliche Wechsel der Elternratsexponenten dazu. Ein Schuljahr ist so schnell vorbei. Hilfreich sind Eltern, die bereit sind mehrere Amtsjahre aktiv zu sein. Sie bilden den stabilen Kern eines Elterngremiums. Sie sind wichtige Informationsträger und tragen zur Stabilität eines Elternrates bei. Amtsjahre sollten von Schuljahr zu Schuljahr dauern und nicht vor den Sommerferien enden. An der 1. Sitzung im neuen Schuljahr sollte eine Übergabe von scheidenden zu neuen Delegierten stattfinden. Elternratsdelegierte sollten beim Austritt eine Anerkennung ihrer Tätigkeit im Elterngremium in Form eines Sozialzeitausweises erhalten. Welche Erkenntnisse wurden gewonnen? Die anwesenden Elternräte stellen klar, dass sie nicht da sind, um den Schulbetrieb zu kontrollieren, sondern um ihn zum Wohl der Schülerinnen und Schüler zu ergänzen. Die anwesenden Eltern sind überzeugt, dass sie das Schulumfeld anders positiv beeinflussen können als Lehrpersonen. Beide Seiten stellen fest, dass jedes Schulhaus und jede Schuleinheit andere Aufgaben und Notwendigkeiten hat. Je nach Lage, Schüleranzahl und Stadtkreis. Es ist wichtig, dass die Erarbeitung oder Überarbeitung des Elternmitwirkungsreglements gemeinsam stattfindet. Sie gibt allen Beteiligten die Chance Elternmitwirkung gleich im Prozess verstehen zu können. Die Anwesenden waren sich einig, dass Meinungsverschiedenheiten intern im Dialog gelöst werden müssen. Medienauftritte sind dazu nicht geeignet. Sie zerschlagen viel Geschirr. Schulkinder sollen von der Elternmitwirkung profitieren können und nicht Spielball zwischen den Rechten der Eltern und der professionellen Arbeit der Lehrperson werden. Nicht zuletzt sind Eltern eine wertvolle Ressource mit ihren beruflichen und privaten Fähigkeiten, es ist wichtig, dass Schulleiterinnen und Schulleiter diese Schatzkästchen nutzen, beziehungsweise fördern. Bericht von Gabriela Steinhauser, Präsidentin IG Elternräte Winterthur ______________________________________________________________________________________________________________________________________ Der Workshop Zusammenarbeit Schulleitung- Elternrat wurde in einem Merkblatt verdichtet. Das Merkblatt kann auf der Homepage www.elternraete-winterthur.ch unter der Navigation Tipps als PDF-Datei herunter geladen werden. Weitere Workshops zu brennenden Elternratsthemen folgen am 12. April 2011, Thema „Informations- und Öffentlichkeitsarbeit in der EMW“ und am 7. Juni 2011, Thema „Zusammenarbeit Lehrperson-Klassendelegierte“. Alle Interessierte sind herzlich willkommen mit uns mitzudiskutieren. Der Eintritt ist frei, Details zu den Veranstaltungen entnehmen Sie bitte den Hinweisen auf unserer Website. Auch diese Veranstaltungen werden in einem Merkblatt verdichtet. _______________________________________________________________________________________________________________________________________