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Einführung des Progressionsmodells für DaZ in Winterthur

1. Einleitung
Die Schulen in Winterthur werden von Kindern mit unterschiedlichen Erstsprachen besucht. Um deren Kompetenzen in Deutsch zu verbessern, findet eine gezielte Sprachförderung in DaZ (Deutsch als Zweitsprache) ab dem Kindergarten und in allen Schulstufen statt.
Aktuell werden die DaZ-Mittel in Winterthur in Abhängigkeit vom Sozialindex, in welchem auch der Anteil an Fremdsprachigen berücksichtigt wird, auf die verschiedenen Schulkreise proportional verteilt. Dem Schulkreis Töss stehen somit anteilsmässig mehr DaZ-Mittel zur Verfügung als beispielsweise dem Schulkreis Stadt.

2. Problemstellung
Töss hat den höchsten Sozialindex in Winterthur (höchste soziale Herausforderung) und der Anteil an Fremdsprachigen liegt über 60%. Studien zeigen, dass solche Schulen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, dass ihre Schüler/innen Leistungsrückstände aufweisen und geringere Schulerfolgschancen haben. Eine Schweizer PISA-Folgestudie zeigt einen „Kippeffekt“ ab 30 - 40% Schüler/innen aus sozial tieferen Schichten und anderssprachigen Familien. So überrascht es nicht, dass Töss in Winterthur auf dem letzten Platz bei den Übertritten an die Mittelschule liegt.
Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich hat diese Chancenungleichheit erkannt und lässt eine differenzierte Förderung, welche sich an den unterschiedlichen Voraussetzungen anpassen, zu. Die proportionale Verteilung der DaZ-Mittel (aktuelle Handhabe) wird dem Anspruch, Chancengleichheit anzustreben, nicht gerecht. Das DaZ-Angebot in Töss ist nicht ausreichend und es gibt Optimierungsbedarf und -möglichkeiten.

3. Lösungsweg
Alle Elterngremien des Schulkreises Töss haben sich zusammen geschlossen und einen Brief, der dem Vorsteher des Departements Schule und Sport (Stadtrat Stefan Fritschi) am 06.04.2011 gesendet wurde, unterschrieben. Im Brief wurde die Situation in Töss dargelegt und es wurden geeignete Massnahmen zur Herstellung der Chancengleichheit für die Tössemer Schulkinder gefordert. Der Antrag beinhaltete u.a. eine Erhöhung der DaZ-Ressourcen.

Im Antwortschreiben von Hr. Frischi (29.04.2011) waren leider keine Absichten, die Chancengleichheit herzustellen, erkennbar. Stattdessen teilte Hr. Frischi mit, dass solche Anträge an die Zentralschulpflege gerichtet werden müssen und dass die Elterngremien nicht antragsberechtigt sind. Unser Antrag fand also kein oder nicht ausreichend Gehör.

In Absprache mit den Tössemer Elterngremien suchte deshalb der Elternrat Rebwiesen den Kontakt mit der Präsidentin der Kreisschulpflege Töss, Fr. Bea Schläpfer. Sie ist, wie alle Präsident/innen der Kreisschulpflegen, Mitglied der Zentralschulpflege und somit antragsberechtigt. Die Zentralschulpflege wird von Hr. Fritschi präsidiert.
Nach dem Gespräch schlugen die Elterngremien ein Progressionsmodell für DaZ-Mittel vor und reichten diesen Vorschlag am 30.08.2011 bei Fr. Schläpfer ein. Das Progressionsmodell sieht vor, dass DaZ-Mittel nicht proportional sondern überproportional zum Anteil an Fremdsprachigen vergeben wird. Frau Schläpfer wurde gebeten, die Bedürfnisse von Töss mit Nachdruck in der Zentralschulpflege aufzuzeigen und dort eine tragfähige Lösung durchzusetzen.

Frau Schläpfer erstellte, wie beim Gespräch mit dem Elternrat Rebwiesen angekündigt, einen eigenen Vorschlag und übernahm darin die Idee der progressiven DaZ-Verteilung. Im Gegensatz zum Vorschlag der Elterngremien wollte sie eine DaZ-Erhöhung für Töss durch reine Umverteilung erreichen (ohne Mehrkosten). Sie reichte Ihren Antrag am 27.10.2011 bei der Zentralschulpflege ein

4. Lösung
Der Antrag von Fr. Schläpfer wurde im Februar 2012 von der Zentralschulpflege gutgeheissen. Es wurde also beschlossen, dass das Progressionsmodell für DaZ in Winterthur eingeführt wird. Die neue Verteilungsregel wird im "Reglement über die sonderpädagogischen Massnahmen in der Stadt Winterthur" verankert. Die Einführung erfolgt in zwei Stufen (Schuljahr 2012/13 und 2013/14):
• Schulkreis Töss bisher: 182 Wochenlektionen DaZ gemäss Reglement; in Tat und Wahrheit 205 (Freiwillige Umverteilung)
• Schulkreis Töss ab Schuljahr 2012/13: 205 Wochenlektionen DaZ (+ 13% *)
• Schulkreis Töss ab Schuljahr 2013/14: ca. 222 Wochenlektionen DaZ (ca. + 22% bez. bisher, ca. + 8% bez. 2012/13)
* Effektiv keine Erhöhung gegenüber bisher, 205 Wochenlektionen sind neu jedoch gesichert und Töss ist nicht mehr auf Goodwill angewiesen.

Nach der Implementierung des Progressionsmodells sollen Erfahrungen mit dem neuen Verteilschlüssel gesammelt werden. Zusätzliche Massnahmen können in Betracht gezogen werden, wenn Schulleitungen, Lehrpersonen oder Elterngremien weiteren Bedarf sehen und melden. Vorerst gilt das Projekt DaZ-Erhöhung als erfolgreich abgeschlossen.

5. Danke
Folgende Beteiligte haben zum Erfolg dieses Projekts beigetragen:
• Elterngremien Töss:
• Elternrat Rebwiesen
• Elternforum Eichliacker
• Elternforum Gutenberg / Zelgli
• Elternrat Laubegg
• Elternrat Rosenau
• Kreisschulpflege Töss, Fr. Bea Schläpfer
• Zentralschulpflege Winterthur
Vielen Dank!

Bericht von Marc Wyler Elternrat Rebwiesen

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Weiterbildung für Leitung von Elterngremien

Die Ausgangslage 

Elternmitwirkung (EMW) ist in der Volksschule des Kantons Zürich und in vielen anderen Kantonen institutionalisiert und gesetzlich verankert. Sie ergänzt den Schulbetrieb aus der Perspektive der Eltern der Schulkinder im Überschneidungsbereich zwischen Elternhaus und Schule.

EMW-Arbeit findet einerseits im behördlich stark regulierten, öffentlichen Schulumfeld statt, andererseits weist sie deutliche Züge der Vereins- und Freiwilligenarbeit auf.

Anforderungen

Die Leitung eines EMW-Gremiums muss sich im oben beschriebenen Umfeld zurechtfinden, einen Sinn für die zu lösenden Fragen haben und zu diesem Zweck eine zusammen gewürfelte Gruppe von Menschen zielorientiert koordinieren können.Die persönlichen Voraussetzungen wie Führungs- und Kommunikationsfähigkeit bringen die LeiterInnen von EMW-Gremien meist schon mit. Weniger bekannt sind solchen Personen hingegen in der Regel das Schulumfeld, die Rechte und Pflichten in der EMW-Arbeit, das Behördenumfeld und die Regeln der Freiwilligenarbeit. Das EMW-Umfeld und die EMW-Leitungsarbeit, so stellen routinierte Unternehmens- und FamilienmanagerInnen oft fest, unterscheidet sich markant von ihrer sonstigen Tätigkeit: Rahmenbedingungen, Handlungsfreiheiten, die Diskussionskultur, Entscheidungswege, Werthaltungen, Herangehensweisen und die Kommunikation scheinen anderen Gesetzmässigkeiten zu folgen. Nicht selten wenden deshalb an sich  motivierte Führungsleute der EMW desillusioniert den Rücken zu.

Positionspapier von Mischa Pfiffner

Bis anhin bot die IG Elternäte Winterthur mit Ihren Workshops einfach und unbürokratisch Unterstützung an. Der Vorstand der IG Elternräte Winterthur stellte jedoch schnell fest, dass er hier an die Grenzen seiner zeitlichen Ressourcen stiess. Deshalb suchte man Partner. Seit dem Juli 2010 ist eine Arbeitsgruppe, Mitglieder sind das Volksschulamt, das Schulamt der Stadt Zürich, die Pädagogische Hochschule Zürich, die Elternkonferenz Zürich und die IG Elternräte Winterthur dabei ein Konzept für Weiterbildung von Vorstandsmitglieder der Elterngremien zu erstellen. Die Pädagogische Hochschule Zürich konnte als Partner gewonnen werden. In einem ersten Programmentwurf wurden mögliche Themen für eine Weiterbildung definiert. Das Programm sollte bis im Mai 2011 zur Verfügung stehen. Es wird dann dem Schulpräsidentenverband und dem Schulleiterverband vorgestellt. Wir hoffen, dass nach den Sommerferien 2011 mit der Weiterbildung gestartet werden kann.

Gabriela Steinhauser, Präsidentin IG Elternräte Winterthur, 9. Februar 2011

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Budgets für Elterngremien in der Stadt Winterthur

(15.4.10 MP) Das Departement für Schule und Sport DSS hat beschlossen, in den Schulkrediten künftig einen Betrag für die Elterngremien vorzusehen. Dies ist bekanntlich ein lange gehegtes Anliegen der IG - nun sind wir so weit und das ist gut.

Der Betrag pro Schuleinheit bemisst sich an der Anzahl ordentlicher Vollzeitstellen multipliziert mit CHF 50 pro Jahr. Wieviele Vollzeitstellen die jeweiligen Schuleinheiten aufweisen, ist bei der Schulleitung erfragbar.

Zuallererst: Herzlichen Dank an die Stadt Winterthur für diesen Entscheid - er ist gut aber er ist auch gerechtfertigt.
Man kann in der heutigen Zeit in der schlicht alles etwas kostet, nicht mehr davon ausgehen, dass Elternarbeit gratis funktioniert - daher Dank - aber es war auch nötig.

Einem geschenkten Gaul soll man zwar nicht ins Maul schauen, doch Feedback muss erlaubt sein. Denn die Budgetzuteilung bemisst sich an der Anzahl ordentlicher Vollzeitstellen in einer Schuleinheit, d.h. so: Viele ordentliche Lehrpersonen - viel Geld, wenige ordentliche Lehrpersonen - wenig Geld für das Elterngremium.

Es wäre gut gewesen, wenn man sich im DSS vorab mit den (dankbaren!) Adressaten der Mittel an einen Tisch gesetzt hätte. Denn dieser Berechnungsmodus ist schon etwas verunglückt. Warum? Die Kosten für Elternmitwirkung sind stark gremienbezogen, sie schwanken nur bedingt mit der Grösse des Schuleinheiten. Denn zur Finanzierung grosser Veranstaltungen, welche Kosten nach sich ziehen, die linear mit der Grösse der Schule steigen (Verpflegung für alle, Transportkosten, Eintritte etc.) sind die gesprochenen Budgets sowieso nicht umfangreich genug. Bei solchen Anlässen werden wir weiterhin auf Unkostenbeiträge und sonstige Einnahmequellen angewiesen bleiben - da liegt denn auch nicht das Problem. Mit den Budgets für Elterngremien sind vielmehr in erster Linie Kosten zu decken wie Referentenentschädigungen, Sitzungsverpflegung oder einmal ein Elternkafi beim Besuchstag (mit Spendenkässeli) etc. und diese Kosten nehmen überall ähnliche Ausmasse an - unabhängig von der Grösse der Schule.

D.h. der Sockelbetrag für den Grundbetrieb eines Elternmitwirkungsgremiums wird immer ähnlich hoch sein. Diesen Teil hätte man besser mit einer Pauschale vergütet. Denn nun müssen kleine Schulhäuser (weil wenig ordentliche Vollzeit-Lehrpersonenstellen) z.B. mit CHF 350 auskommen, während grössere Schulhäuser mit einem Vielfachen davon rechnen können.

Niemand will den grossen Schuleinheiten die Mittel abspenstig machen - sie können dort gut und sinnvoll genutzt werden - doch für die kleinen Einheiten ist diese Lösung zwar grundsätzlich erfreulich, doch noch nicht befriedigend.

Die Exponenten der IG werden im Dialog mit den zuständigen Stellen auf diesen Umstand aufmerksam machen und schauen, ob in dieser Frage künftig geeignetere Lösungen gefunden werden können. Denn Elterngremien sind für einen guten Elternmitwirkungsbetrieb verantwortlich - sie können aber nichts für die Grösse ihres Schulhauses.

Mischa Pfiffner
Vorstand IG

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Die IG ist nun offiziell ein Verein.

(8.9.09 MP) Es hat geklappt. Die Mitglieder haben an der ersten Generalversammlung der IG Elternräte Winterthur vom 8. September 2009 den Statuten zugestimmt und den Vorstand gewählt.

Damit gestalten wir den Kontakt mit Dritten offiziell und verbildlich und vereinfachen unseren Behördenpartnern die Arbeit indem wir uns selber Regeln auferlegen, eine Rechnung führen und Verantwortliche Personen bestimmt haben. Präsidentin ist Gabriela Steinhauser, Vizepräsident Mischa Pfiffner, Aktuarin Silvia Marcolin und Kassierin ist Cristina Bozzi.

Der Vorstand und die Gründungsmitglieder freuen sich auf die Arbeit im "neuen Kleid".

Für den Vorstand

Mischa Pfiffner 

 

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Die IG Elternräte Winterthur gibt sich einen neue Struktur.

(26.6.09 MP) Gegenwärtig ist die Vernehmlassungsfrist für die Vereinsstatuten der IG Elternräte Winterthur am laufen. Alle Winterthurer Elternmitwirkungsgremien sind gebeten, ihre Stellungnahme dazu abzugeben, damit wir an der nächsten Sitzung vom 8.9.09 (1930, Schulhaus Rebwiesen) die Gründungsversammlung abhalten können.

Mit der Vereinsbildung streben wir die folgenden Ziele an:

- Klare Gremien, Aufgaben und Zuständigkeiten

- Transparente und verbindliche Regeln für Aktivitäten und Entscheidungsfindung

- Organisatorische und institutionelle Verankerung der Elternmitwirkung in Winterthur

- Verbesserung und des Auftritts, der Kontaktmöglichkeiten und des Austauschs

Kurz: Die Elternmitwirkung in Winterthur erhält ein Gesicht, einen Ort und eine Stimme.

Es wäre super, an der Gründungsversammlung der IG am 8.9.09 eine grosse Anzahl Delegierter - und Gäste - begrüssen zu dürfen.

M. Pfiffner 26.6.09